Wundervolle Hausgeburt (Reportage in drei Teilen)

Anfrage und Vorsorgeuntersuchung

Ende Februar erreichte mich die Nachricht einer Hebamme aus Halle, dass eine ihrer Frauen den Wunsch geäußert hatte, ihre zweite Geburt in den eigenen vier Wänden photographisch begleiten zu lassen. Eine für Deutschland eher untypische Anfrage, aber nach einiger Recherche stellte ich fest, dass es in vielen westlichen Ländern bereits schon sehr verbreitet war, dieses einmalige Ereignis festzuhalten. Für mich stand sofort fest: Es ist eine großartige und einmalige Chance bei so einer wundervollen Geburt und solch einem intimen Moment dabei zu sein – na klar bin ich dabei!

Anfang März fuhren die Hebamme und ich von Halle/Saale Richtung Calbe/Saale (ca. 1 Stunde entfernt), um die kleine amerikanisch-deutsche Familie kennen zu lernen. Mir war es wichtig, die Geburt als ganzen Prozess zu sehen mit den Vor- und Nachuntersuchungen, um das eigentliche Ereignis  der Geburt besser zu verstehen.

So begleitete ich bereits eine Vorsorgeuntersuchung der schwangeren Mutter und schmunzelte über die süßen kleinen Nebengeschichten.

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Der Tag der Geburt

 

Zwei Wochen nach dem eigentlichen Geburtstermin setzten endlich die lang ersehnten Wehen gegen 3 Uhr nachts ein. Um 6 Uhr morgens erhielt ich den Anruf von der Hebamme: In 10 Minuten hole ich dich ab. Gegen 7:20 Uhr kamen wir in der Wohnung der Kleinfamilie an. Die Mutter lag bereits im vorbereiteten und beheizten “Birth pool” im Wohnzimmer und atmete tief, als die Wehen einsetzten. Die kleine zweijährige Tochter kam etwas später zu uns in ihrem süßen Schlafanzug und war ganz erstaunt, dass da auf einmal noch zwei Personen mehr im Zimmer waren und ihre Mama bereits im Birth Pool lag. Sie verteilte Küsschen an Mama und Papa, spielte mit ihren Sachen und war Teil des Geburtsprozesses in den die Eltern sie liebevoll mitnahmen.

Gegen 9:30 Uhr setzen die starken Wehen ein und die Schmerzen waren der Mutter spürbar anzusehen. Doch durch die Unterstützung ihres Mannes und der Hebamme, erblickte schon bald ein kleines schwarzhaariges Köpfchen unter der Wasseroberfläche das Licht der Welt. Die Zeit stand still, als das Baby endlich da war. Ein Mädchen. Alle waren freudig aufgeregt und wollten das kleine Wesen sehen. Sogar der kleine Hund, der aufgeregt am Beckenrad hochsprang und mit beobachten wollte. Herrlich!

 

 

Ein Woche später – die Nachsorge

 

Eine Woche bedeutet in so einem spannenden Familienalltag sehr viel. So viel wurde neu entdeckt oder musste umgestellt werden, aber die Familie meisterte es mit ihrer amerikanischen Gelassenheit und war überglücklich!

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Epilog – Die Geschichte der Pinguine

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Aus zwei Pinguinen, die die Eltern zur Hochzeit geschenkt bekommen hatten, wurden drei, als ein Pinguin beim Absturz aus dem Regal den Flug nicht überlebte. Zufällig war es im gleichen Jahr, in dem das erste Kind geboren wurde. Und so entschieden sie sich eine zweite Figur mit einem Pinguinbaby im Arm zu kaufen. Doch diese kleine Pinguinfamilie sollte wachsen. Als fest stand, dass ein zweites Kind bald dazukommen sollte, wurde ein weitere Figur mit einem weiteren Pinguinbaby gekauft und am Tag der Hausgeburt gegen den “alten” Pinguin ausgetauscht. Ich liebe solche wunderbaren symbolischen Geschichten!

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